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"Chronology of a love-affair"
ist eine Zusammenstellung von Songs, die wir Euch nicht ohne ein paar
Erläuterungen oder Hintergrundinformationen ans Herz legen möchten.
Seit der Ankündigung dieses ungewöhnlichen Projektes haben wir jede
Menge unterschiedlichster Feedbacks erhalten. Doch lassen wir Gunnar Eysel,
Mastermind und Initiator dieses Projekts, über das Album, die Songs und
die Entstehungsgeschichte erzählen.
"Es
gab zwei Hauptgründe eine Compilation mit einem Querschnitt von 20 Jahren
Dark Music zusammenzustellen. Der Eine ist, dass ich schon immer davon
geträumt hatte, so ein Album zu besitzen - nicht den Schrott, den es
bereits gibt und auch nicht die Original-Songs. Was ich meine ist eine
Compilation, von einem einzigen Künstler aufgenommen, der mit dieser
besonderen und wunderschönen Musikrichtung vertraut und verbunden ist.
Einer der es versteht, Songs, die eine Zeitspanne von fast 20 Jahren abdecken,
stimmig wie an einer Perlenkette aufzureihen. Aber darauf soll später
näher eingegangen werden. Der zweite Grund ist, dass Love Like Blood nicht schon wieder eines der
üblichen Alben einspielen wollten, so wie wir es seit über 10 Jahren
mit schöner Regelmäßigkeit getan haben. Es sollte etwas
Einmaliges entstehen, welches sich von allen anderen Werken unterscheiden
sollte. Ein Album, an dem man arbeitet und dabei so aufgeregt ist, wie ein Kind
vor Weihnachten, es sollte genauso spannend sein, wie unsere ersten
Veröffentlichungen. Das soll natürlich nicht heissen, dass uns die
Lust auf das Schreiben neuer Songs vergangen ist. Nachdem "Enslaved + Condemned" beendet war, wollten wir ein
Album erarbeiten, welches nicht als Follow-up zu den vorherigen
Love Like Blood Veröffentlichungen gilt.
Es ist für uns sehr wichtig, dass dieses Albumkonzept nicht
in die Schublade "Unsere Lieblingssongs" gehört. Es sollten hier auch
nicht die Verkaufszahlen nach dem gängigen Strickmuster irgendwelcher
abgedroschener Zusammenstellungen von "Evergreens" oder "Classics" nach oben
getrieben werden. Diese Compilation ist uns lediglich uns selbst, dem
Gothic-Sound und ihrer Szene gewidmet. Wir freuen uns, wenn wir heute jemandem
die frühen Bands wie Joy Division oder Bauhaus zugänglich machen,
oder die Parallelen zu Marilyn Manson oder Type O'Negative aufdecken
können. Wir hoffen, dass der ultimative Gothic-Kenner, wer immer das auch
sein mag, sowohl die modernen Versionen der guten alten Songs genießen
kann, als auch die neueren Sachen, die im "entschärften" Metal-Sound
eingespielt wurden.
"Chronology of a
love-affair" ist ein Album, aufgebaut wie ein Geschichtsbuch. Der
wichtigste Teil des Konzepts war, das Album in 4 "Halb-Jahrzehnte" einzuteilen
und für jede dieser Perioden jeweils 4 Bands auszuwählen. Wir haben
die Bands in solche Abschnitte eingeordnet, in denen sie zu den wichtigsten
Vertretern der Gothic-Szene gehörten, auch wenn bestimmte Songs ein paar
Jahre früher oder später aufgenommen wurden. Warum? Wir glauben, dass
sich die Musik in Abständen von 5 Jahren ändert und weiterentwickelt.
Das wird einem bewusst, wenn man sich ein Album aus dem Jahre 1985 anhört
und mit einem Album der gleichen Stilrichtung vergleicht, dass 5 Jahre
später produziert wurde.
Es liegt auf der Hand, dass 16 Songs und
Bands nicht einen Zeitraum von 20 Jahren abdecken können und viele werden
die eine oder andere Band vermissen. Unsere Auswahl war ein Kompromiss,
zwischen persönlichen Vorlieben und wichtigen oder einflussreichen Bands
des Goth-Rock. Bis dahin sah alles noch recht unkompliziert aus und wir
rechneten nicht damit, wieviel harte Arbeit noch auf uns zukommen sollte.
Schnell wandelte sich dieses Album von einem Projekt, das einfach so nebenbei
laufen sollte, zu der vielleicht grössten Herausforderung unserer
Karriere. Als wir an den Songs arbeiteten, merkten wir, wie schwierig es
für eine Goth Band ist, Goth Covers zu spielen. Es ist ziemlich einfach,
Popmusik oder Stücke aus den 60ern im Gothic-Sound neu erstehen zu lassen,
aber was macht man mit Songs, die zur gleichen Stilrichtung gehören wie
die eigenen?
Es gab nur eine Strategie: Wir versuchten immer, die
Ausstrahlung des Originals zu bewahren, indem wir die Basiclines und die
Laufzeit der Titel nicht veränderten, spielten die Songs aber so, als
wären sie neue Titel von Love Like Blood.
Durch die Einfügung neuer Elemente an bestimmten Stellen, haben wir einige
Kleinigkeiten geändert, die uns nicht besonders gefallen haben -
schliesslich sollten die Songs sich neu und frisch anhören, ansonsten
hätten wir sie ja einfach nachspielen können. Jeder kann sich
vorstellen, dass uns das mehr als nur eine schlaflose Nacht gekostet hat.
Nach vier Monaten harter Arbeit floss die eine oder andere
Freudenträne, als wir endlich das Master Tape in Händen hielten. Ein
ungewöhnliches Album, dass Euch und uns Freude schenken soll, hat das
Licht der Welt erblickt. Geniesst es!"
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